rias2-history.de - Klick hier, um zur Startseite zu gelangen.


     



mein rias2!

Wie sah es aus, wie hast Du es erlebt - DEIN rias2? Welche positiven oder auch negativen Erinnerungen verbindest Du mit diesem Sender - erzähl doch mal...!

Egal ob drei Sätze oder mehr - hier ist Platz für Deine ganz persönlichen Erinnerungen an rias2! Bitte schreib einfach an , alle Beiträge werden hier veröffentlicht.


  •  von Andreas Scheer-Dorfmann
  •  von Micha Hennig
  •  von Ralf Vorwachs
  •  von Steffen Träger
  •  von Thomas Rink
  •  von Matthias Dittrich
  •  von Andrè Franke
  •  von Frank Anke
  •  von Silvio aus Altenburg
  •  von Marko Grosser
  •  von Peter aus Zehdenick
  •  von Torsten
  •  von Roland aus dem Unterallgäu
  •  von Peter aus Görlitz



Mein rias2: Von Andreas Scheer-Dorfmann

1987-1992 Moderator und Redakteur bei rias2, jetzt Arbeit als Journalist, Moderator, Sprecher und Autor für diverse TV-Sender und in der Werbung.

Seit 1981 bin ich regelmässig als Moderator im Radio und im Fernsehen tätig. Bei öffentlich-rechtlichen und privaten Stationen hatte und habe ich, dank meiner Hörer und Zuschauer, grosse Erfolge. Die meisten davon in meiner Heimatstadt Berlin.

Weit weg ist für mich der Sender, dem ich fast alles in meiner Medienkarriere zu verdanken habe: "RIAS Berlin, eine freie Stimme der freien Welt" in Berlin-Schöneberg.

Erinnerungen an RIAS Berlin:
Schon 1981, während meiner Radiozeit bei SFB und Radio Bremen, war ich kurz parallel für den RIAS-Treffpunkt tätig. Im Jahre 1984 kam vom damaligen RIAS-Intendanten, Dr. Peter Schiwy, das Angebot, beim neuen rias2-Programm einzusteigen. Start: September 1985. Ab Januar 1987 war ich dabei. Zunächst als Moderator der rias2-Sendungen "Popcorn", "Wunschhits", "Treffpunkt" und "Diskothek". Kurze Zeit später auch als verantwortlicher rias2-Redakteur.

RIAS, vor allem rias2, war mehr als nur ein Sender. Wir, das rias2-Team, wurden eine Familie. Die unterschiedlichsten Charaktere, aus ganz Deutschland (West) zusammengewürfelt, konnten endlich ihren Radiotraum wahr machen: Beliebte Songs spielen, locker moderieren und interessante News senden. 24 Radiostunden aus einem Guss, eben rias2. Heute würde man in der Fachsprache von Formatradio reden. Der Sender rias2 war aber mehr als ein Format. Er war, vor allem für unsere Hörer im Osten, ein Stück Gemeinsamkeit zwischen Ost und West.

Dass wir in Berlin (West) und in Bayern (Hof/Franken) Top-Einschaltquoten hatten und wir für viele zur Familie gehörten, war uns durch Briefe, Anrufe und die Media-Analyse bekannt. Vom Osten wussten wir das damals nicht. Zu wenig Post und noch weniger Anrufe konnten, durften uns erreichen. Natürlich ahnten wir schon vor der Maueröffnung, dass uns viele Hörer im Osten hören und mögen. Dass so viele Menschen (Ost) unsere Freunde waren, das hat uns nach dem 9. November 1989 verblüfft und fast "erschlagen". Tausende stürmten bereits in der Nacht der Maueröffnung das RIAS-Funkhaus in der Kufsteiner Strasse 69. Umarmungen, Freudentränen, Lachen und viel Sekt, diese Szenen gehen mir noch heute oft durch den Kopf und treiben mir manchmal fast Tränen in die Augen.

Das Ende von RIAS Berlin:
Schon wenige Stunden nach diesem historischen Ereignis war mir klar, dass die neue Situation in Berlin und ganz Deutschland das Ende von RIAS Berlin bedeuten musste. RIAS hatte seine Aufgabe erfüllt, rias2 ohnehin.

Ende Februar 1992, wenige Wochen vor der offiziellen Abschaltung der Welle RIAS 2 (31.05.1992), habe ich RIAS Berlin in Richtung RTL (TV & Radio) verlassen. Keine berufliche Veränderung ist mir je so schwer gefallen, wie diese damals. Es zerbrach etwas, das nie wieder repariert werden konnte. Gern denke ich an meine Zeit bei rias2 und mit den rias2-Hörern aus Ost und West zurück. Und sage DANKE !


Micha Hennig aus Wittenberg erinnert sich:

Micha Hennig ... September 1985 ...

Mein 24- Stundendienst im diensthabenden System der ehem. DDR-Luftstreitkräfte war beendet. Der Funkbetrieb im Schichtdienst hatte deutliche Spuren hinterlassen, eine davon war die Müdigkeit. "Kurz unter die Dusche und dann endlich schlafen ..." denke ich. Hier gab es ein strengstes Westradioverbot. Jedoch hielt sich niemand daran, erst recht nicht wir Funker, bei denen auf den Empfängern bis zu diesem Zeitpunkt immer RTL oder Ö3 eingestellt war. Schließlich verfügten wir über die besten Antennen. Auf der Unterkunft begrüßten mich meine Mitstreiter, die dienstfrei hatten, aber dafür merkwürdig müde aussahen. "Hey Micha, vor ein paar Stunden hat der RIAS Berlin das Programm RIAS2 total umgestellt !" informierte mich einer. Aha, das war also diesmal der Grund für die Augenringe, die mich anblickten. Ich bat einen Kumpel, mir sein Radio mit den Kophörern zu geben, da mein Empfänger mal wieder eingezogen wurde, weil ich AFN gehört hatte ... So verbrachte ich den freien Vormittag unter Kopfhörern mit dem erst ein paar Stunden alten -neuen- RIAS 2.

Ein paar Wochen später wurde ich entlassen und der normale Alltag hatte mich wieder. Aber es war etwas dazugekommen - RIAS 2. In Wittenberg hatten wir einen ausgezeichneten Empfang auf 94.3 MHz und 855 KHz. Eine technische Besonderheit bestand darin, daß die RIAS 1 und 2- Signale über eine Transitleitung auch noch unser Fernmeldeamt passierten, nämlich als Zubringer für den Sender Hof (wie ich erst weit nach der Wende erfahren habe). Von nun an waren die Radioboutique, die RIAS2 - Wunschhits, Popcorn, RIAS2 Special, Compact, das Star-ABC und vor allem die RIAS2-Softhits am Sonntagabend meine Begleiter. Freitags hat am Anfang Lord Knud den Osten "hochleben" lassen :-)
Vergeblich habe ich versucht, Kontakt mit dem Sender aufzunehmen, es ist mir nie gelungen. Erst nach der Wende erhielt ich meine erste und auch letzte QSL-Karte.

1987 kam dann die längste Hitparade aus Anlaß der 750 Jahrfeier Berlins. 10 "MC 60" aus Premnitz habe ich mitgeschnitten. Es hat auch bei diesem Sender mehrere Modifikationen im Programm gegeben - aber langweilig war es nie. Ganz einfach, weil es immer aktuelle Nachrichten und Infos gab. Die Nachrichtensprecher sind damals nicht so durch die Schlagzeilen gerast wie heute und dennoch haben viele Jugendliche, wie ich auch, dem Sender die Treue gehalten, auch wenn keine Musik unter die Nachrichten gespielt wurde.

09.11.1989 ; Ich hörte den ganzen Abend RIAS 2, als plötzlich das Programm unterbrochen wurde und der Moderator (leider weiß ich nicht mehr, wer es war) sagte "Wer jetzt schläft ist tot ...", danach folgten erste Berichte über die Grenzöffnung. Zuerst dachte ich, das kann doch nicht wahr sein ... per Fernseher habe ich dann mit meinen Eltern erlebt, wie die Grenze geöffnet wurde. Damit hat ganz langsam das Ende von RIAS 2 begonnen. In dieser Zeit habe ich den Sender irgendwie noch intensiver gehört, wahrscheinlich auch wegen seiner für mich kompetenten Berichterstattung.

Das Ende von RIAS 2 habe ich am Radio nicht mitverfolgt, auch nichts aufgezeichnet. Ich wollte diesen Sender so in der Erinnerung behalten, wie ich ihn kannte, ohne irgendwelche Schlußworte. Leider hat das Nachfolgeprogramm 94 3 r.s.2 dieses bewährte Programmkonzept nicht fortgesetzt oder fortsetzen können. Einige Moderatoren von RIAS 2 waren dann plötzlich auf dem neu gegründeten Sender 104 PUNKT 6 RTL zu hören -schade.

Nochmal danke RIAS 2, wenn Du mir auch zufällig so manchen Musikwunsch erfüllst hast, ein Wunsch ist nie in Erfüllung gegangen, einmal bei den Wunschhits dabei zu sein, die von Désirée Persh moderiert wurden ...

Viele Grüße aus Wittenberg
Micha Hennig, DL1AMH



Liebe Freundinnen, liebe Freunde,

es gehört zu den großen Fehlern der Geschichte, daß ausgerechnet RIAS , der Sender, der sich am konsequentesten um die "Brüder und Schwestern im Osten " kümmerte , nach 1990 in eine Zwangsehe mit dem Ostsender DS Kultur gesteckt und damit seines Gesichts beraubt worden worden ist. Und damit am Ende auch noch die Erinnerung an die Leistung des Senders und seiner hervorragenden Moderatoren-Crew ausgelöscht worden ist.

Wieviele dieser hervorragenden Menschen wie Gustav Chalupa haben uns in - damals noch möglichen - Hintergrundberichten aus dem Belgrader Korrespondentenstudio drauf vorbereitt, was sich nach Titos Tod im damaligen Jugoslawien noch abspielen könnte. Wie tiefschürfend waren Wochenkommentare mit der tiefsten Rundfunkstimme ever Lutz Meunier, Landwirtschaftsberichte "von drüben" von Martin Irion oder Hintergründe aus der Sportwelt von Willi Knecht.

Außerdem: Wer erinnert sich nicht dankbar der atemlosen Viertelstunde "Stimme der Kritik" mit Friedrich Luft , des artigen "Klingenden Sontagsrätsel" von und mit Hans Rosenthal, der ersten Salsa-Klänge aus dem Radio von Juan Liebig und ewiger Jazz-Sendungen mit Karin Briegel und Siggi Schmidt-Joos (letzterer auch verantwortlich für die Karriere in der Berliner Szene, für die "hottest voice in town" Jocelyn B. Smith)

Haben nicht viele Menschen genossen, wenn John Hendrick im Bierpinsel zum "Zweiten Fr+hstück" bat und uns die damals neu entdeckte Angelika Milster vorstellte , oder wenn Ewald Wenck als "ältester Diskjockey der Welt" sich mit "Diener nach links, Diensr nach Rechts und okidoki " verabschiedete)

Und vor allem vor dem Hintergrund der vielen privaten Dudelsender mit dem "besten Mix..." schon nostaligisch zu betrachten: Die Musiksendungen aus der aufkeimenden "Jugendwelle 9-4-3" mit innovativen (aber eben nicht peinlichen) Moderatoren wie Olaf Leitner, Gregor Rottschalk, Désirée Persh. Von den ersten Berliner Hörfunk-Comedies eines "Komischmasch" mit Ulrich Urbanski möchte ich nicht schweigen.

Wem ist nicht in Erinnerung, das "denglish" in den Medien nicht dieErfindung von Gayle Tufts, sondern von "dem alten Ami" Rick de Lisle und seiner Kollegin Joan Eaguer war.

RIAS 1 und RIAS 2 , das waren Jing und Jang, seriöser und qualitativ hochwertiger Rundfunk und Unterhaltungswelle mit Niveau ... und wurden von dem avantgardistischsten TV-Projekt auf deutschem Boden, das ich bisher erlebt habe, von RIAS TV begleitet. Das Frühstücksfernsehen war Pionierarbeit auf höchstem Niveau, die Schnipsel wie die "Vier aus der Zwischenzeit" oder Sendungen wie "Highlife" hatten eine Qualität,die man - auch bei den öffentlich-rechtlichen Sendern heute schmerzlich vermißt. Und sich die Augen reibt und sich fragt: Warum konnte man das damals und heute nicht?" Übrigens war RIAS TV eine Talent- und Kaderschmiede für viele andere Sender. auch wenn Lutz Wolfgramm leider viel zu früh starb ...

Umso unverzeihlicher ist es, daß es außer der kleinen nostalgischen Ecke keinerlei Erinnerung gibt, daß sich der Deutschlandsender unwillig zeigt, sich der Vergangenheit stolz zu erinnern und diese sogar mit Merchandising von RIAS-Produktionen auf CD und DVD zu "versilbern". Kein elektronisches oder im www hinterlegtes Download-Archiv, nichts. Als schäme man sich in der Kufsteiner Straße seiner Geschichte.

Daß es Jahrzehnte dauerte, bis sich Fans das CD-Paket der "Insulaner" ertrotzten, daß es vieler privater Initiativen bedurfte . die wie ich finde sensationelle Hörspiel-Serie "Achtung Hochspannung- Die Abenteuer des Professors Augustus van Dusen" als quasilegales Bootleg zu bekommen, befremdet doch sehr.

Wie die Tatsache, daß die vielen RIAS-O-Töne nicht zur Verfügung stehen, sonden Bruchteile eines Promills des RIAS nur über Mediaplayer abgehört werden können.

Wie toll wäre es doch, wenn heute ein Handy statt mit Maffay z.B. mit dem Klingelton der Freiheitsglocke und dem Freiheitsgelübde aus dem Off Anrufe verkündete?

Wir sind sehr traurig.

Gruß
Ralf Vorwachs


Hallo Rias 2 Fans!

Steffen Träger Ich gehöre zu denen, die mit der Musik der 80 er aufgewachsen sind. Diese Musik ist damals nicht an mir einfach so vorbei gerauscht, sondern ich habe sie ganz bewusst erlebt und natürlich jeden interessanten Titel auf Band aufgenommen. Damals war ich ein richtiger Radiofreak, der wenn´s möglich war, täglich 48 Stunden den Klängen der damals mehr als interessanten Westsender gelauscht hat. :-)
Übrigens bin ich auch heute noch ein fast schon fanatischer Fan der goldenen 80 er. Das heisst, so ziemlich jede CD mit 80ern, die ich irgendwo entdecke, muss in meinem CD- Regal stehen.

Bevor wir verkabelt wurden, Anfang der 80 er, war es nicht ganz so einfach bei uns ein paar ordentliche Westsender in passabler Qualität zu empfangen. Ich wohne nämlich im Erzgebirge und zu allem Unglück auch noch in einem Tal, welches nach Südwesten und Westen abgeschattet ist. Das heißt, der Empfang des RIAS vom Sender Hof, der ja eigentlich nur ca. 90 km Luftlinie von hier entfernt ist war im Erzgebirge fast überall möglich, nur eben nicht bei mir zu Hause. Glücklicherweise war das Tal, in dem ich wohne in Richtung Norden offen. Ich konnte also den Rias wenigstens direkt aus Berlin empfangen. Nur war die Feldstärke aus dieser Richtung wesentlich geringer und der Empfang ziemlich wetterabhängig
Es musste also eine leistungsstarke Antennenanlage her.

So hatte ich also einen ca. 9 m hohen Masten gesetzt und vier 9- Elemente Yagi UKW Antennen gebaut und jeweils zwei nebeneinander und zwei übereinander montiert, einen Antennenverstärker selber gebaut u. die Antennen nach Norden ( direkt nach Berlin) gedreht. Das hat relativ gut funktioniert, war aber immer noch ein bisschen wetterabhängig. Wenn ich richtig überlege, war ich damals 1981 gerade mal 13 Jahre alt, aber die Antennentechnik und die Musik dieser Zeit hatte mich unheimlich gefesselt.

Für den Fall, dass der Empfang mal doch nicht so gut war, hatte ich auch so ca. einen km von meinem Haus auf dem Berg im Wald eine ungefähr 7 oder 8 m lange Holzstange aufgestellt an der noch mal 3 Stück 5- Elemente UKW Antennen geschraubt waren. Eine zeigte in Richtung NDR, eine zum Hessischen Rundfunk und eine nach Bayern, denn auch Bayern 3 war interessant.

Dort ging ich aber fast nur hin, wenn der Empfang im Tal schlecht war.

Na jedenfalls wurde von Da ab rund um die Uhr Rias u. SFB gehört. Die Frequenzen, auf denen DDR Sender kamen, kannte ich nicht, sie waren für mich ja auch nicht interessant.

Damals, 1981 hatte Rias 2, glaub ich noch ein gesplittetes Programm.

So kam zum Bsp. Sonntags vormittags noch "Rias Schlagerparade" mit Nero Brandenburg. Nachmittags hieß es dann "Jugendwelle RIAS 2 auf 9 4 3" Diesen Jingle vergesse ich nie. Wenn er zu hören war, öffnete ich weit das Fenster, drehte den Lautstärkeregler auf Anschlag, dass es die ganze Strasse u. vor allem die SED Genossen in der Nachbarschaft hören mussten, welchen Radio Sender ich rund um die Uhr hörte. Ein herrliches Gefühl!

1984 wurden wir an eine Kabelfernsehanlage angeschlossen und der RIAS Empfang war kein Problem mehr. .

So lauschte ich dann regelmäßig z. B. Lord Knud´s Schlager der Woche, den Berlin Charts (Monstersendung) mit G. Rottschalk, dem Treffpunkt und so weiter. Auch war es schön sich früh mit den frechen Sprüchen vom "Alten Ami" wecken zu lassen, und das dank Kabelfernsehen ab Dezember 84 alles auch noch in Stereo.

Interessant fand ich auch die RIAS 2 Wunschhits. Nur gab es aus der DDR keine Möglichkeit direkt in Westberlin anzurufen. Irgendwann in meiner Lehrzeit so ca. 1985 war ich dann mal in Ost Berlin u. sah dort im Telefonbuch, dass man von Ostberlin nach Westberlin durchwählen konnte. Da gab es eine kurze Vorwahl vor der eigentlichen Westberliner Vorwahl und schon war man über der Mauer. So habe ich dann vom Palast der Republik bei den RIAS 2 Wunschhits angerufen, mir den Titel "Time will tell" von den Twins gewünscht u. alle Bewohner in meinem Heimatort, die mich kennen, gegrüßt. Die Nummer weiß ich heute noch. Es war die 853 50 10. Die Ansage auf dem Rias 2 Wunschhits Anrufbeantworter vergesse ich nicht. Ich habe dort vor Aufregung eine richtige Gänsehaut bekommen.

Die Sendung, in der dann mein Musikwunsch und die Grüße gesendet wurden, habe ich dann doch nicht hören können, weil ich zu dieser Zeit auf Arbeit war. .Und doch hat es mein Nachbar zufällig gehört und mir kurz danach erzählt.
Das war schon tolles Erlebnis.

Ja es war wirklich eine tolle Zeit mit tollem Radio und toller Musik. Alles was mir aus der RIAS 2 Zeit geblieben ist, ist die RIAS2 CD, ein Aufkleber, eine umfangreiche Sammlung CD´s mit der besten Musik, die zu dieser Zeit in dieser Stadt gespielt wurde u. natürlich viele schöne Erinnerungen.

Ich bin mir sicher, dass mit dem RIAS ein Stück deutsches Kulturgut zu Grabe getragen wurde.

Die heutigen Radiosender sind leider alle so gesichts- u. profillos.

Die Zeiten ändern sich eben, das Radio auch...

In diesem Sinne wünsche ich allen, die sich auf diese wirklich tollen und gelungene Seite "verirrt" haben, viel Spaß beim blättern.

Euer Steffen aus Olbernhau im Erzgebirge


Thomas aus Leipzig erinnert sich

Ich möchte nicht den Eindruck entstehen lassen, in der Vergangenheit zu leben. Das ist in keinsterweise der Fall. Doch je mehr die 80iger ihrem Ende entgegengingen, desto irritierter wurde ich. Woher kommt aber der Drang meiner Generation, der Kinder der Achtziger, diese Zeit mit all ihren musikalischen und modischen Facetten wieder neu aufzulegen? Meine CD Sammlung von ca. 200 Stück besteht aus 90 Prozent aus Musik der 80iger.

Der Grund, so glaube ich, liegt im medialen Überangebot der heutigen Zeit. Dreißig und noch mehr TV-Kanäle, all die austauschbaren und profillosen Musik und Radiosender - da kommt viel zu viel in zu kurzer Zeit nach immer dem gleichen Muster. Wir beschränken uns auf bewährtes und bekanntes. Seit Radiomoderatoren ihre Flexibilität in den Wortberichten von der Sendeuhr bestimmen lassen, acht mal pro Stunde dazu verdonnert werden "die Superhits der 80iger und 90iger" zu sagen, hören wir heute entweder alte Kassetten, CD's wie zum Beispiel "Pop and Wave" oder schalten gleich auf die Wortbeiträge des Deutschlandradios um.
Dies ist schon deshalb ratsam, um Vergewaltigungen von Hits wie Sting' "Every Breath You Take" u.ä. durch "Interpreten" wie Puff Daddy zu entgehen. Wie schön waren doch die Zeiten, als Rias 2 jeden Sonntag die Berlincharts aus der Kufsteinerstraße 69, in 1000 Berlin 62 gesendete. Und der ganze Osten hat zugehört. Das kann ich versichern.

Womit wir eigentlich schon beim Thema sind. Was war Rias 2 für mich? In erster Linie objektive Informationsquelle, Musiklieferant und Indentifikation. Selbst in den Zeiten meines "Ehrendienstes"* waren die BerlinCharts, die Rias2 Discoteque, die Radioboutique als Programme nicht wegzudenken. Als 1987 Ronald Reagan in Berlin vorm Brandenburger Tor seine berühmeten Worte sprach (Mr. Gorbachev tear down this wall.) Stellte ich das Radio auf den Flur unserer Einheit, die Accoustik war einmalig.
Konsequenzen hatte dies nicht, da ja alle Rias2 hörten, einschließlich mein Batteriechef in seinem Trabbi.
Schade das es dieses Radio nicht mehr gibt. Um es mal mit Queen (Radio GaGa) zu beschreiben, "it was a light guiding me through a lonely teenage night". Genau, ein Licht und eine Führung war Rias2, und als am 9.November 1989 die Mauer fiel, war das Ziel erreicht.

Dafür danke ich allen Machern von Rias2 noch heute.
Grüße auch an Captain Kick Dotter.

Viele Grüße aus Leipzig
Thomas Rink


Erinnerungen von Matthias Dittrich, heute wohnhaft in Braunschweig

Meine Erinnerungen an RIAS reichen bis in das Jahr 1964 zurück. Damals war ich in der Nähe von Königs Wusterhausen in einem Ferienlager und die Mädchen und Jungs aus Berlin haten ein Kofferradio mit und hörten RIAS, was damals gesendet wurde, weiß ich nicht mehr, aber das die Beatles dabei waren, weiß ich noch. Ich wohnte damals in Tharandt, einer kleinen Stadt westlich von Dresden, da war kein RIAS zu empfangen, bzw. nur RIAS I auf Kurzwelle im 49m-Band. 1967 hatte ich mein eigenes Kofferradio, ein Stern 111 mit Kurz-, Mittel- und Langwelle, damit bin ich nach Ostberlin gefahren und hörte zum ersten Mal den RIAS-Treffpunkt mit Gregor Rottschalk auf RIAS II, ich war hin und weg, diese Musik und natürlich die lockere Art des Moderator.

1970 zog ich in ein kleines Dorf im Osterzgebirge in einen Bauernhof, da war es möglich, mit einer größeren UKW-Antenne RIAS II auf 94,3 MHz zu empfangen, vor allem Samstags von 16 - 18 Uhr hing ich mit meinem Spulentonband am Empfänger und nahm die Hits der damaligen Jahren auf, die Moderatoren der damaligen Jahre habe ich heute noch im Ohr, Kai Blöhmer (ob der so geschrieben wird?), Detlef E. Otto, Nero Brandenburg (man glaubt es kaum), Berry Graves und viele mehr. Da kam ich natürlich zu einer ansehnlichen Sammlung guter Hits, welche ich mit relativ guter Qualität meinen Kumpels presendieren konnte. Als ich dann 1973 nach Dresden zog, war es vorbei mit RIAS II hören, da auf UKW kein Empfang war und die Mittelwellenfrequenz durch die Ostzone gestört wurde.

Erst 1982, als ich nach Ostberlin gezogen bin (auch wegen RIAS II), bin ich wieder in den Genuß gekommen, RIAS zu hören, was ich dann auch ausgiebig genoss. Ich war dann bis zum Ende von RIAS 2 Stammhörer.

Mit freundlichen Grüßen,
Matthias Dittrich, Braunschweig


Andrè Franke schreibt:

Früher wohnte ich in Pirna ( Tal der Ahnungslosen). Dort betrieb ich großen Antennenauf- wand um an die begehrten Wellen heranzukommen.
Der Rias Berlin hat meine gesamte Jugend geprägt. Sehr viel Zeit verbrachte ich mit Anten- nenbau, Sperrkreisjustierung ( um die kommunistischen Ostsender, 120dB, zu dämpfen) und Mitschnittversuche ( total wetterabhängig). Oft fuhr ich auch mit meinem Sternrecorder irgend wo Richtung Sender, um mitzuschneiden. Hier bei uns den Rias zu empfangen, war ein Privileg. Auf unserem Dach konnte ich nur nachts mit Taschenlampe arbeiten.
Ideal war Regenwetter um die Geräuschkulisse zu verdecken. Immer wieder gab es Schwierigkeiten. Aber die schönen Stunden, dann am Empfänger, waren ein großer Lohn.

Das rias2-Schild: mit den Arbeiten daran begann ich irgendwann im Herbst 1990. Es ging mir auf den Docht, immer die Bayern-Schilder zu sehen, wo es doch auch einen richtigen Radiosender in dieser Region gab! (die Glücklichen). An Hand eines Blatt Papier vom RIAS-Pressedienst (damals stand ich schriftlich im Kontakt mit dem Rias-Berlin) arbeitete ich mich dann voran. Wer genau die Sache betrachtet, erkennt, dass mir bei der ganzen Sache ein Fehler unterlaufen ist.
Bei einer Heimfahrt im Winter dann, montierte ich das Schild, dabei hielt meine Frau die Taschenlampe. Bekanntlich besaß die A9 damals noch zwei Fahrstreifen und teilweise keinen Standstreifen. Leider musste ich eine Stelle unter einem Bayern3-Schild wählen! An dieser Stelle durfte es dann bis ca. Juni Juli 1993 bleiben. Wer es später demontierte ist mir nicht bekannt.

Viele Grüße von Andrè


Meine Geschichte zum RIAS:

Natürlich habe ich damals in Karl-Marx-Stadt auch RIAS gehört, allerdings auf 91,2 MHz aus Hof. Anfangs auf dem Radio meiner Eltern und dann mit dem Stern-Kofferadio, was mir mein Vater überließ. Auf dem Dach hatten wir anfangs eine UKW-Antennen-Schleife und später eine UKW-Yagi-Antenne.

Erinnern kann ich mich noch an Lord Gnud und die Schlager der Woche, Freitags von 20.00 bis 21.30 Uhr. Die Wiederholung kam immer Montagabend auf RIAS 1. Das war nicht schlecht, wenn man mal was verpasst hatte, mitzuschneiden...

Einmal war der Empfang so schlecht, dass wir bei uns im Dorf mit dem Kofferadio und dem Recorder, natürlich bestückt mit neuen Batterien, von innen in den Kirchturm kletterten, so weit es ging... und siehe da, ab einer gewissen Höhe war der Empfang so gut, dass wir mitschneiden konnten. Naja, vielleicht hat dort oben damals jemand nachgeholfen :-) Jedenfalls kannten wir die Sendung vom Freitag und so wussten wir am Montag abend, wann wir auf die Aufnahmetaste drücken mussten. Aber gruselig war es schon.

Das muss so 1980 gewesen sein, wenn ich auf das Aufnahmedatum meiner alten Kassetten sehe, meingott, da war ich 14...

Aufgenommen habe ich damals mit dem Sonett '77. Das war mein erstes Kassettentonbandgerät, was mir meine Großeltern zur Jugendweihe schenkten. Da die Empfangsleistung des Kofferadios nicht gerade berauschend war, musste ein neues Radio her. So kam erst ein altes Röhrenradio dazu, dass ich dann durch einen Stereo-REMA-Tuner ersetzte. Somit war der Westempfang erst einmal gesichert.

Allerdings kam damals RIAS 1 leider nur in MONO, naja, RIAS 2 stabil in STEREO war auch sehr wetterabhängig.

Wir hatten dann ab 1984 eine Gemeinschaftsantennenanlage, mein Vater war technischer Leiter, also bekam ich auch meinen RIAS eingespeist :-) UKW-Yagi-Antennen und Sperrfilter für die DDR- Frequenzen machten es möglich...

Allerdings muss ich zugeben, durch die Gemeinschaftsantennenanlage bekamen wir auch sehr gut Bayern 3 und NDR 2, sowie NDR Radio Niedersachsen vom Brocken. Also nahm ich damals alle Sendungen mit, wo neue Hits der damaligen Zeit, heute sagen wir 80's dazu, (aus)-gespielt wurden.

Später kaufte ich mir dann das HiFi-Komponenten-System S 3930, mit 2 Cassettendecks, 2 Tunern, dem Mixer mit Equalizer, Verstärker, Plattenspieler und Lichtsteuergerät. Dazu kam zur Wende ein CD-Player. Die komplette Anlage lief bis Anfang 2002. Erst dieses Jahr habe ich alles durch einen PHILIPS-Dolby-Digital-Receiver und einem CD-Recorder ersetzt...

Wenn ich jetzt manchmal in der Beliner Gegend bin, denke ich immer an 9-4-3, das ist zumindest die Frequenz, die mir immer noch einfällt :-)

Aber das Radio von heute ist bei weiten nicht das von damals, überall auf jedem Sender der gleiche Einheitsbrei, es gibt bestimmt 10.000 Titel die mir gefallen. Aber die spielen immer nur ein und das selbe...kotz!

Viele Grüße
Frank aus Chemnitz


Silvios Erinnerungen an RIAS 2:

Ich war zu DDR Zeiten DJ und jeder weiß, dass es in der "Zone" sehr schwer (unmöglich ) war, an die neuesten Hit's zu kommen. Also war die einzige Alternative - BANDMASCHINE + Radio!

Da ich in Thüringen lebte bot sich Bayern 3 oder RIAS 2 an. Ich entschied mich für Rias 2!! Die Hofer Frequenz 91.2 Mhz war in sehr guter Qualität zu empfangen.

Höhepunkt und gleichzeitiger Untergang meiner Karriere als DJ in der DDR war, als ich einmal vergessen hatte den Fader vom Mixer runter zu ziehen, und das RIAS 2 Jingle donnerte durch den Tanztempel! Der ganze Saal war in Euphorie, und ich meine Lizenz los!

Ich dachte mir "Das war's" !! Aber nein, gerade ab dann ging es richtig los - kein Wochenende mehr frei. Ich verdanke dem RIAS sehr viel .

Silvio aus Altenburg / Thüringen


Marko Grosser hat uns seine Erinnerungen geschildert:

Ach,über RIAS fällt mir eigentlich eine ganze Menge ein.

Man kann einfach nur sagen, daß RIAS Berlin einen das ganze Leben begleitet hat. Ich kann ja nur über mich selbst berichten, muß dazu sagen, der Hauptgrund, auf der Frequenz 94,3 MHz zu bleiben, hier im Osten war, weil ein Informationsdefizit in der ehemaligen DDR existierte, mit dem sich hier niemand abfinden wollte, außerdem die Musik hat man schon seit Kindesbeinen gemocht.

Ich erinnere mich noch ganz gut, als Schuljunge in der Freizeit,immer am Tonbandgerät gesessen zu haben, wir hatten damals noch ein Röhrenradio "Juwel" Stern Radio Rochlitz, bestückt mit E-Röhren und die 7-Elemente Hausempfangsantenne, die sowieso in Richtung Berlin gedreht war, bot schon damals mäßige bis gute Empfangsbedingungen.

Warum in unseren Neubaugebieten, ich spreche von Hoyerswerda in Sachsen, alle Empfangsantennen, UKW, später UHF und VHF, Richtung Berlin standen, kann ich nicht beantworten, klar ist nur, daß Westempfang von staatlicher Seite, Partei usw. ungern geduldet wurde. Meine Tonbandaufnahmen, Tesla B41, machten mir schon damals Spaß, ich war während meiner Schulzeit im Chor der Stadt Hoyerswerda, einfach immer nach guten Melodien suchte, war Lord Knud's "Schlager der Woche" zu der Zeit einfach ein Highlight, ich hörte mir die Programmstruktur an, und war nur zu den Zeiten, als gute Musik über dem Äther lief, mit meinem Tonbandgerät aufnahmebereit, Gregor Rottschalks "Schlagerkassette" möchte ich auch noch erwähnen, ich wechselte damals immer gern zwischen RIAS1 und 2.

Über die Jahre verbesserte sich auch die Gerätetechnik, man muß allgemein sagen, das Anstrengungen in der Ostzone unternommen wurden, den Fernempfang von UKW-Sendern ständig zu verbessern. Ich war schon damals glücklich, als ich mein erstes Radio vom Typ "REMA-Andante" kaufen konnte, der Umstieg auf Stereo war in den damaligen 70'ern ein Meilenstein in der Empfangstechnik.

Verbesserungen an den Geräten waren damals die Entwicklung neuerer Tuner-Typen, wie schon gesagt, Tunertypen auf Silizium-Basis bis hin zu Mosfets, die immer besser empfangsempfindlicher waren, eine zusätzliche HF-Verstärkung mit Piezofiltern usw., wie weit, wir damals an Philips-Standard reichten, kann ich schlecht beurteilen, zusammenfassend kann man nur sagen, es wurde nach vielen Lösungsmöglichkeiten gesucht, um den UKW-Fernempfang, vielleicht auch gerade RIAS, zu verbessern.

UKW war ja sowieso interessant, weil durch die Schaffung der beiden Seitenbänder der Stereoempfang erst möglich war, der Aufbau der Stereodecoder verbesserte sich dann in den Jahren auch immer mehr, IC-Schaltung A 290 D.

Als 1985 RIAS2 auf Sendung ging, war die Freude wieder riesengroß, ich war damals gerade von meinem 3-jährigen Dienst als Nachrichtenunteroffizier wieder zu Hause, konnte mein Tonbandgerät Unitra ZRK M2405 S erstmal richtig durchstarten, es wurde ja viel Musik auch für unsere Veranstaltungen gebraucht, so schlimm, wie das klang, aber bei unseren Jugendclubs, wir sangen nicht nur FDJ-Lieder, lief damals nur zum größten Teil RIAS2-Musik.

Mein Bruder, damals selbst DJ, spielte nie 40 :60 ,sondern immer 100:0, eigenartiger Weise muß man sagen, das die AWA ihn damals nie zur Rechenschaft zog, die Listen, die damals eingereicht wurden, entsprachen sowieso nicht der Wirklichkeit, Kontrolleure wurden damals schnell ausfindig gemacht. Erklärung: AWA=(bundesdeutsch GEMA.) ?

Ach, das war schon damals ein Spaß, ich machte mir auch wegen der Stasi keine weiteren Gedanken, auf Arbeit lief ständig RIAS 2 und zu Hause sowieso, nur während der Armeezeit war es etwas gefährlich, da alle Radios gesondert gekennzeichnet wurden, Ostfrequenzen alle markiert.

Trotzdem muß ich sagen, daß wir es uns trotzdem trauten, RIAS und andere zu hören, man muß sich vorstellen, ich diente zu der Zeit in Zeithain bei Riesa, war es möglich, RIAS nur mit einer Zimmerantenne und einem guten Radio zu empfangen.

Wie die Strafen in der Truppe ausgefallen wären, weiß ich nicht, ich kann mich nur selbst noch daran erinnern, daß ein Unteroffizier in Haide bei Weißwasser,US 1, der beim RIAS-hören während seines UVD-Dienstes vom OvD erwischt wurde, öffentlich bei einem Fahnenappell dafür degradiert wurde.

Nach der Entlassung 1985war es dann endlich möglich, RIAS zu hören, wann man wollte, mir gefielen besonders die Diskotheken und Wunschhits mit Desiree Persh und der Treffpunkt mit Irina von Bentheim und Oliver Thoma.

Gerätetechnisch habe ich mich auch damals verbessern können, ich hatte dann eine Heimkomponentenanlage von SR Sonneberg, S3000 gekauft, und das Tonbandgerät M2405S und Kopfhörer von Unitra. Der Empfang war damals, ich wohnte noch in Hoyerswerda, in Stereoqualität fast rauschfrei. Aufnahmen erfolgten damals alle prinzipiell in Stereo mit 19 cm/s.

So, naja das waren so einige Anmerkungen, die mir zu RIAS Berlin einfielen, die einfach den Alltag verschönerten, traurig darüber bin ich nicht, daß RIAS2 1992 abgeschaltet wurde, die Aufgaben waren erfüllt und wir waren letzendlich selbst glücklich, Berlin als freie Stadt ohne Mauer und Stacheldraht besuchen zu dürfen.

Allen Radiomachern von RIAS2 nochmal meinen persönlichen DANK, ich selbst hoffe und wünsche, daß durch die Umstrukturierung der Radiolandschaft keine persönlichen Nachteile für manch einzelnen entstanden sind, denn alle Journalisten, die bei ehemals RIAS2 ihren Dienst taten, haben und hatten für uns wertvolle Arbeit geleistet.

Tschüß und alles Gute,es grüßt der alte DJ-Junior Marko aus Kamenz.


Peter aus Zehdenick:

Erst mal Glückwunsch zu der wirklich tollen Seite. Da werden Erinnerungen wach! In meiner früheren Jugend war ich großer Treffpunktfan. Mitte der 70er saß ich jeden Samstag vor meinem Kofferradio an das mittels Überspielkabel mein Kassettenrecorder angestöpselt war, und hörte "Rockmusik nach Hörerwünschen".

Als es dann mit "Jugendwelle rias2 auf 9,4,3" losging, rostete das Rad zur Senderwahl allmählich fest. Das war mein Sender. Was mussten meine älteren Arbeitskollegen damals ertragen, denn ich war, was die Senderauswahl betraf, äußerst kompromisslos. An meine Ohren kommt nur Wasser und rias2 - Ende!

Als wir dann nach der Maueröffnung reisen durften wohin wir wollten, führte meine erste Reise in die Kufsteiner Strasse. Eigentlich wollte ich Andreas Dorfmann, von dem ich ein großer Fan war, besuchen. Doch der hatte frei und Desire Persch war im Studio. War auch ganz angenehm. Fast ´ne Stunde waren wir im Studio.

Schade dass es den Sender in der Form nicht mehr existiert. Seit rs2 ist das nicht mehr so mein Sender. Aber, war ´ne geile Zeit!

Viele Grüße an alle rias2-Fans und keep on rockin´!


Hay, ich bin der Torsten.

Rias 2 war für mich, der in Altenburg und bei Torgau aufgewachsen ist, der Sender überhaupt, man hatte ja die Wahl zu der Zeit zwischen Bayern 3 und Rais 2, aber es gab nie die Frage was man höhren soll. Ganz klar an Rias 2 war kein vorbeikommen und manch ein Sender heute den wünscht man einfach die selbe Klasse Radioshow wie früher.

FRAGE :" WER MODERIERTE IMMER SAMMSTAG DIE TOP TEN", sein Welt berühmter Satz am Anfang fing immer mit Frage an, was denn wohl sein 600 Dollar Sessel so macht, in welchen Outfit er ist und dann natürlich der Welt berühmte Popkeller welche Bands sich grad im Dunkel der Hitparade befand. Alles kongeniale Sachen die Ich heute in so manchen Sender einfach vermisse.

Ein spitzen Sender der einem pupertierenden Teen über die schwere Zeit geholfen hat und mit Rat und Tat zur Seite stand, ein letzten dankes Gruß dafür. Dieser Sender wird immer ein Stück Lebensinhalt sein. Ruh in Frieden

IN GEDENKEN AN EINEN DER BESTEN SENDER DIE ES JE GAB
Torsten


Hallo zusammen,

bin erst gestern auf die rias Seite gestoßen. Gott sei Dank bin da nicht allein. Was fällt mir spontan ein? Nur Stichpunkte:"Rock Over RIAS" - ein Meilenstein von Musiksendungen. Ich glaube, das war im August 1975 das erste Mal.
Das hat den DDR Sendern ebenso gut gefallen, sodass sie z.B. "Rock um die Uhr" auf Stimme der DDR nachmachten (Haben die eigentlich Tantiemen an Olaf Leitner, Barry Graves, Walter Bachauer oder Christian Graf gezahlt??). Zwischen Weihnachten und Neujahr hatte ich nachts nie Zeit, um weg zu gehen; da gab es Wichtigeres.

- Mitschneiden rund um die Uhr. Hunderte OR-WO Tonbänder sind bespielt - Gott sei Dank fast alles nach 1990 digitalisiert und Originalaufnahmen gerettet.

- unterschiedlicher Empfang in Teilen Sachsens und MV. Man mußte schon meteorologischer Spezialist sein, um stabile Inversions-Wetterlagen zu erkennen und für gute Aufnahmen ausnutzen zu können. Die Ostberliner und Brandenburger wußten gar nicht, wie gut sie´s haben. Kennt jemand das Gefühl, einen lang ersehnten Musiktitel mitschneiden zu wollen, der danndurch schwache oder gänzlich fehlende Feldstärke verrauscht wurde -und das zum Abbruch der Aufnahme führte? Das war 1000fache Sch...

- perfekter Journalismus ohne kommerziellen Hintergrund. Keine Werbung -nur Expertise. Guter Übergang von Wort und Musik. Gründliche Recherche und Wahrheiten, die die SED nicht hören wollte.

- Selbstgestaltete Musikvorträge unter FDJ Themen in der ehemaligen NVA. Durch die unsägliche 80%ige Gefechtsbereitschaft war viel dankbares Publikum vorhanden, und einige verstanden, dass ich nichts anderes gemacht habe, als "Rock Over RIAS" in diesen Vorträgen modifiziert an den Mann brachte.
Bestimmt hat das die Stasi registriert - Gott sei Dank keine negativen Reaktionen, wie z.B Vorwurf und Bestrafung wegen "Verherrlichung des dekadenten Westens"

- einen besseren Sender wird es wohl im deutsch sprachigen Raum nicht mehr geben. Nur noch Kommerz, Werbung sowie musikalischer Dilettantismus und ganz selten musikalische Expertise - wie z.B. Frank Laufenberg vom SWR.

Durch rias2 habe ich die Wende in der DDR gut verstanden, durchlebt und arbeite erfolgreich im ehemaligen freien Teil Deutschlands. Durch den RIAS wurde Kultur rübergebracht, die mich immer wieder veranlasst hat, eigene Diskotheken "zu fahren", Musikvorträge zu gestalten und Medienpolitik als Hobby zu haben.

Alles Gute für die ehemaligen RIAS Moderatoren (besonders rias 2-.) und für die treue Hörerschaft, die sich den Dank in ihren Herzen bewahrt haben.

Roland aus dem Unterallgäu


Grosser Antennenaufwand in Görlitz

Hallo zusammen, auch ich gehöre zu denen, die zu DDR Zeiten - und auch heute noch - RIAS Fans waren. Görlitz lag damals im Tal der Ahnungslosen, das heisst - Westradio reichte nur bis Weißwasser , das liegt ca. 150 südlich von Berlin. Manchmal, bei Nebel hatten wir in Görlitz guten Radio Empfang, meisstens nicht.
Ich hatte damals einen Bekannten im heutigen WSW, den durfte ich manchmal am Sonntag besuchen. Hab dann mein TESLA- Spulentonband in den Trabbi geladen, vorher im RFT Geschäft genug Bandmaterial gekauft. Als DDR - Diskjockey war man unter den Gästen am gefragtesten, wenn man die neuste Musik von "Drüben" hatte. Den Kneipern wars eigentlich egal. Getrunken wurde ja damals auch schon...
Aller 14 Tage gab es auf RIAS 2 Sonntags von 8 - 9.30" Hallo Schlagerfans" mit Nero Brandenburg. Meinem Kumpel hat manchmal nicht so richtig gepasst, wenn ich schon um 7.30 da war. Ich wollte ja auch keinen Song verpassen. Leider war auch in WSW kein optimaler Stereo Empfang möglich, so das ich vieles nur in Mono aufgenommen habe. Leider nur einzelne Songs und keine komplette Sendung. Was mich heut sehr ärgert. Wenn ich drann denke, was was ich damals für einen Aufwand betrieben habe, um an die neuste Musik aus dem Westen zu kommen.
In Görlitz gabs damals so eine Art Musiktauschbörse unter DJ's , damals "Schallplattenmoderatoren"genannt. Da wurde dann überspielt was das Zeug hielt, manchmal nächtelang. Hab das Spulengerät über die Wende gerettet, samst Bänder. Das alles wartet gut verpackt auf die Digitalisierung.
Übrigens,als wir 2001 in unser Eigenheim zogen habe ich mir die Mühe gemacht und meine gute alte 5- Element UKW Antenne aus RIAS Zeiten in Ordnung gebracht und auf dem Dach angeschraubt, natürlich Richtung Berlin. Das Ganze wohl mehr symbolisch, als das ich damit noch RS 2, den Nachfolgesender empfange. Der UKW Empfang ist von Berlin nach wie vor schlecht.
Ich denke öfter an damals, was waren das doch für Zeiten!
Würde mich freuen, wenn mir mal jemand was mailt, was er so mit dem RIAS erlebt hat.
Peter aus Görlitz


Worterklärungen:

Ehrendienst: so wurde in der sowjetischen Besatzungszone / sogenannten "DDR" im offiziellen Sprachgebrauch der Militärdienst in der NVA ("Nationale Volksarmee") genannt, der wohl nur für Regimeanhänger eine Ehre darstellte. Dieser dauerte im günstigsten Fall 18 Monate; um einen begehrten Studienplatz zu erhalten, musste man sich meist 3 Jahre (!) verpflichten. Eine Alternative gab es nur in Form der sogenannten "Bausoldaten", wer sich für diesen Weg entschied, musste oft mit weitreichenden und das ganze Berufsleben bestimmenden Repressalien des zonalen Regimes rechnen.